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Salzburger Festspiele 2010: Phädra
Theseus, der legendäre König von Troizene, gilt
seit sechs Monaten verschollen, da ereilt seinen Hofstaat die Nachricht
seines Todes. Wer soll die Nachfolge antreten? Hippolytos, sein Sohn
aus erster Ehe, oder das Kind seiner zweiten Gemahlin Phädra? Oder gar
Prinzessin Arikia, die athenische Kriegsgefangene an Theseus’ Hof? In
der kurzen Spanne, da die politische Macht zur Disposition steht,
ergreift eine andere Gewalt ihre Macht über die Menschen: Phädra
gesteht Hippolytos ihre Liebe, dieser hingegen offenbart seine
verbotene Liebe zu Arikia. Als Theseus unerwartet zurückkehrt, nimmt
eine tragische Verstrickung zwischen Schuld, Geständnis, Staatsräson
und Begehren ihren Lauf.
Racines 1677 geschriebene Tragödie ist das Werk eines Mannes mit einer
beispiellosen Karriere. Im Zentrum der Macht, am Hof Ludwigs XIV., ein-
und ausgehend, wo Betrug und Intrige an der Tagesordnung sind, stellt
er in diesem Stück die Frage, woran sich Tugend zeigt. „Warum sind
nicht an unverwechselbaren Zeichen / die Herzen von Verrätern zu
erkennen?“, fragt Theseus. Sie sind, so legt Racines Tragödie nahe, nur
mit dem Herzen zu erkennen.
Besetzung:
Matthias Hartmann, Regie
Johannes Schütz, Bühne und Kostüme
Andreas Erdmann, Dramaturgie
Peter Bandl, Licht
