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Salzburger Festspiele 2010: Romeo et Juliette
Shakespeares außergewöhnliches Schauspiel Romeo und Julia
war in der Renaissance ein radikaler Text. Shakespeare griff darin neue
Ideen, die am Hofe unter den Neuplatonikern populär waren, auf und
dramatisierte sie. Die Neuplatoniker waren der Ansicht, dass man durch
individuelle Liebe einen Weg finden könne, die Welt zu erfassen.
Shakespeare weitete diesen Ansatz zu einer gesellschaftlichen Tragödie
aus, in der die Liebe die öffentliche Fehde zwischen zwei verfeindeten
Familien heilt.
Gounod, der 250 Jahre später den Stoff bearbeitet, hat ein ganz anderes Interesse. Von Wagner beeinflusst (vor allem von dessen Tristan)
geht es ihm darum, wie individuelle Liebe Zugang zu Gott gewährt, ein
Gedanke, der Shakespeares Publikum blasphemisch erschienen wäre.
Gounods Oper kreiert eine emotionale Traumlandschaft des Schauspiels –
und sie in den tempelhaften Gemäuern der Felsenreitschule zu verorten,
gibt einem die Möglichkeit, die Ekstase des Sich-Verliebens durch
Gounods Musik zu erleben. Gounod jedoch treibt die Sache noch weiter,
indem er die radikalen Implikationen darstellt, wenn zwei junge Leute
Bedeutung nicht nur in der Liebe sehen, sondern auch im Tod – als Weg
zum Göttlichen.
Diese Erfahrung und die emotionalen Auswirkungen für die Gesellschaft,
in der sie leben, beschreibt die traumhafte Bahn, auf der Gounods Oper
sich bewegt.
Besetzung:
Nino Machaidze (18.08, 24.08, 27.08, 30.08), Juliette
Piotr Beczala, Roméo
Stephen Costello (18.08, 24.08), Roméo
Mikhail Petrenko, Frère Laurent
Dimitry Ivashchenko (27.08, 30.08), Frère Laurent
Darren Jeffery, Le Comte Capulet
Russell Braun, Mercutio, Freund von Roméo
Cora Burggraaf, Stéphano, Page von Roméo
Michael Spyres, Tybalt, Capulets Neffe
Susanne Resmark, Gertrude, Juliettes Amme
David Soar, Le Duc de Vérone
Mathias Hausmann, Le Comte Paris
Robert Murray, Benvolio, Montaigus Neffe
Mozarteumorchester Salzburg
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
