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Salzburger Festspiele 2010: Jedermann
Für das Zustandekommen des Jedermann
bat die Salzburger Festspielhaus-Gemeinde Anfang Juli 1920 die
Landesregierung um die kostenlose Bereitstellung von Bauholz für die
Festspielbühne in der Felsenreitschule. Um das Projekt zu ermöglichen,
verzichtete sie zugunsten von Invaliden, Kriegswaisen und
Kriegsgefangenen auf den erwarteten Reingewinn, ebenso wie Max
Reinhardt, der Ausstatter Alfred Roller und die Schauspieler auf ihre
Gagen sowie Hugo von Hofmannsthal und die Komponisten Einar Nilson und
Bernhard Paumgartner auf ihre Tantiemen. Eine Woche später fiel, aus
der Not geboren, die Entscheidung, den Jedermann zunächst vor
dem Salzburger Dom aufzuführen. Wegen der schwierigen Ernährungslage
wurden längere Aufenthaltsgenehmigungen für Besucher verweigert und
Extrazüge für die rechtzeitige Abreise der Gäste organisiert. Das
Staatsamt für Volksernährung stellte den Einheimischen zusätzliche
Mengen an Mehl, Reis und Fett zur Verfügung. Alles andere ist Legende –
der Salzburger Jedermann am Domplatz wurde das erfolgreichste und dauerhafteste Provisorium der Theatergeschichte.
Zum 90-Jahr-Jubiläum inszeniert Christian Stückl das Traditionsstück
mit einem weitgehend neuen Ensemble und dem jüngsten Jedermann seiner
Geschichte.
Besetzung:
Martin Reinke, Gott der Herr
Ben Becker, Tod
Peter Jordan, Teufel
Nicholas Ofczarek, Jedermann
Elisabeth Rath, Jedermanns Mutter
Peter Jordan, Jedermanns guter Gesell
Martin Reinke, Armer Nachbar
Robin Sondermann, Ein Schuldknecht
Britta Bayer, Des Schuldknechts Weib
Robert Reinagl, Der Koch
Birgit Minichmayr, Buhlschaft
Felix Vörtler, Dicker Vetter
Thomas Limpinsel, Dünner Vetter
Sascha Oskar Weis, Mammon
Angelika Richter, Gute Werke
David Supper, Knecht
Riederinger Kinder, Die Spielansager
Ars Antiqua Austria
